Freundschaftsverein Passau Hals / Scurcola Marsicana
Passau Hals
ein malerischer Stadtteil der alten Römerstadt
Erstmals urkundlich erwähnt im Schenkungsbuch des
Klosters Nikola zu Passau sind die Herren von aufgeführt und als Lehensträger wohl in den Diensten der Passauer Bischöfe gestanden.
1280 erhielten die Edlen von Hals von Kaiser Rudolf von Habsburg die Reichsgrafenwürde und wurden im 13. und 14. Jh. durch Erbschaften und Belehnungen zum mächtigsten Grafengeschlecht Niederbayerns.
Als das Grafengeschlecht kinderlos ausstarb ging die Grafschaft in den Besitz der Landgrafen von Leuchtenberg über und wurde von Kaiser Karl IV. zur Stadt erhoben.
Neben dem Stadtrecht hatte sie jetzt auch die hohe und niedere Gerichtsbarkeit, das Münzrecht, Bergwerks- und Jagdrecht. Das Stadtrecht wurde allerdings nie wahrgenommen, weil es den Bürgern an Geld fehlte, um ihre Stadt mit Mauern, Toren und Wachtürmen zu versehen.
Nach Niedergang der mittelalterlichen Blütezeit ging die
Grafschaft Hals nach mehreren Verkäufen 1517 in bayerischen Besitz über.
Herzöge und Kurfürsten ließen Hals durch Pfleger verwalten, 1803 wurde die Grafschaft beendet.
Die Stadt selbst wurde durch einige große Stadtbrände fast völlig zerstört - auch die Burg wurde dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen, wobei beim letzten Stadtbrand von 1810 große Teile des Burggemäuers zu Tal stürzten und die heutigen Konturen bildeten.
Immer wieder wurde die Gemeinde auch von großen Hochwassern heimgesucht, die erheblichen Schaden anrichteten.
Ca. 1890 wurde in
Hals das Bavariabad erbaut, dass der namhafte Arzt Dr. Mayershausen aus Wien kaufte und daraus eine von den Wienern vielbesuchte Wasserheilanstalt machte, in der unter anderen auch Sebastian Kneipp und Peter Rosegger weilten. Franz Lehar komponierte im "Hofwirtshaus" seine erste Operette "Wiener Frauen".
"Bad Hals" bestand bis zum 1. Weltkrieg und besaß nun auch 2 Sägemühlen, 2 Dampfsägen, Kunstgetreidemühlen, einige holzweiterverarbeitende Fabriken, 1 Streichgarnspinnerei und 1 Brauerei.
Wirtschaftliche Nöte führten dazu, dass zu Beginn des 20. Jh.`s die Stadtrechtsverfassung fallen gelassen und die Landgemeindeverfassung angenommen wurde. Es erscheint witzig zu berichten, dass wegen der zunehmenden Inflation in den 20er Jahren der Bierpreis das Gehalt des Bürgermeisters bestimmte. So erhielt er zeitweise als Lohn 2 Liter Bier pro Woche.
1920 wurde der Halser Stausee errichtet und das PIAG-Elektrizitätswerk gebaut, das heute der Stadt
Passau gehört.
Im 2. Weltkrieg hat der Stadtteil schwer gelitten. Die Halser Ilzbrücke wurde gesprengt und der Markt von amerikanischer Artillerie beschossen. Dabei wurden die Pfarrkirche, das Rathaus und viele Häuser zerstört.
Die Gemeinde
Hals hatte 1953 1649 Einwohner, davon 66 Ausländer.
Der Perlenfang in der Ilz, den man bereits 1437 urkundlich erwähnte, wurde verstärkt betrieben, die Perlen sogar bis in die Schweiz geliefert.
1954 wurde der Ortsteil vom größten Hochwasser seit 453 Jahren heimgesucht, bei dem das Wasser in der Achatiuskirche bis zur Empore stand und viel Schaden in der Gemeinde angerichtet wurde.
In den 50er Jahren wurde der Stadtteil neu aufgebaut, das Kraftwerk an der Oberilzmühle errichtet, ein neuer Ortsteil entstand, ein neues Schulhaus wurde gebaut. Die Bautätigkeit in der Gemeinde war rege, die Anzahl der Häuser verdoppelte sich fast in diesem Jahrzehnt besonders unter Bürgermeister Friedrich Gerstl, der 1964 Landrat von Passau wurde.
1972 wurde die Gemeinde im Rahmen der gemeindlichen Gebietsreform in die Stadt
Passau
eingegliedert und hat heute als Stadtteil mit ehrwürdiger Vergangenheit seinen Platz im Gefüge der Stadt.
1991 gründet Hals mit Scurcola Marsicana den
Freundschaftsverein Passau Hals - Scurcola Marsicana e.V.
Der Beginn einer langen Freundschaft
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